Das Projekt

Überlagerung: Grundriss Gefängnis und Jugendverkehrsschule
Überlagerung: Grundriss Gefängnis und Jugendverkehrsschule
Begehung des Audiowegs
Begehung des Audiowegs
Auftragen der Markierung vor dem Eingang der Verkehrsschule
Auftragen der Markierung vor dem Eingang der Verkehrsschule

Als permanente Verankerung im Stadtraum leiten jetzt großflächige, farbige Markierungen auf Bürgersteigen zu der bisher im Verborgenen existierenden Stätte. Vor Ort sieht man radelnde Kinder, Ampeln, Miniaturbürgersteige und läuft, geführt von einer Stimme über Kopfhörer, im unsichtbaren Gefängnisraum. Ohne Stationen, Markierungen oder Pläne bewegt man sich präzise durch das Gelände und wird gleichzeitig in die Innenwelten der Frauen versetzt.

Dieser Audioweg ist eine mehrschichtige Hör-Inszenierung und hat mit einem Audioguide, wie man ihn aus Museen kennt, nichts zu tun. Er funktioniert eher wie ein psychologisches Experiment. Mit sicheren Koordinaten für den Besucher. Dieser schaut nicht von der Gegenwart in die Vergangenheit, sondern findet sich inmitten der Wahrnehmung und Werteordnungen der einzelnen Frauen in ihrer jeweiligen Zeit wieder. Man erlebt unmittelbar Entscheidungsmomente und die damit verbundenen Gedanken und Handlungen der Personen. Für eine gewisse Zeit teilt man die Wahrnehmungswelt der Frauen, denkt mit deren Worten, sieht durch deren Augen und bewegt sich mit ihnen durch die unsichtbaren Gefängnisräume. Wie ein Spaziergänger läuft man 90 Minuten lang in den teilweise völlig gegensätzlichen Gedankenräumen der fünf verschiedenen Frauen und dringt dabei Stufe für Stufe tiefer ein.